The Bells fall silent
Die Glocken verstummen
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Gesprochen von Peter Bradbury · © ClassicRocks
Geschichte & Übersetzung
One Sunday morning Joe and his mother began their journey to his Granny’s. As he heard the bells chime, his usual smile turned to a frown. Joe stopped and listened carefully. He had heard the bells so many times that he knew the order in which they would talk to each other. Some would sound loud and close by as they took their turn and some would be a distant chime and then the boom would return when it was their turn again. This would happen three or four times before they fell silent until next Sunday.
Eines Sonntag Morgens begannen Joe und seine Mutter ihren Spaziergang zu Oma. Als sie die Glocken läuten hörten, wurde sein Lächeln zu einem Stirnrunzeln. Joe hielt an und lauschte genau. Er hatte die Glocken so oft gehört, dass er die Reihenfolge kannte, in der sie miteinander sprachen. Einige würden laut und nahe bei klingen, wenn sie an der Reihe waren, und einige wären eher ein entferntes Klingen und dann würde das Dröhnen zurückkehren, wenn es an der Reihe wäre. Dieses würde drei oder vier mal passieren, bevor sie wieder verstummten bis zum nächsten Sonntag.
Granny told Joe that only a true Cockney could hear the great bell at Bow chiming in their home. This pleased Joe as this was the quietest of all the chimes but he could still hear it. Joe could hear this distant boom now, so he knew that it wasn’t Bow who was missing that summer’s day. It was a closer bell. As they spoke again he realised it was St Martin’s that wasn’t answering back to his friends.
Oma erzählte Joe, dass nur ein wahrer Cockney die große Glocken von Bow in seinem Haus schlagen hören konnte. Das gefiel Joe, weil das die leiseste aller Glocken war, aber er konnte sie dennoch hören. Joe konnte das entfernte Dröhnen jetzt hören, also wusste er, dass es nicht Bow war, die an diesem Sommertag fehlte. Es war eine nähere Glocke. Als sie wieder läuteten, bemerkte er, dass es St Martins war, die den Freunden nicht antwortete.
Granny was sitting down at her table. There were lemon cakes, there was orange juice for Joe and there was tea for Granny and Mum. It was wonderful going to Granny’s, they would all talk for hours about life in London and they shared a love of the bells. Granny always knew Joe and her daughter would come through the door on Sunday morning after the chimes had finished. Granny was nearly 80 years old and she would talk about her life as a young girl and pass on the stories her mother and father had told her.
Oma setzte sich an ihren Tisch. Es gab Zitronenkuchen, es gab Orangensaft für Joe und es gab Tee für Oma und Mama. Es war wundervoll, zu Oma zu gehen, sie würden alle stundenlang reden über das Leben in London und sie teilten miteinander die Liebe zu den Glocken. Oma wusste immer, dass Joe und ihre Tochter durch die Tür kommen würden sonntagmorgens, nachdem das Glockengeläut fertig war. Oma war beinahe 80 Jahre alt und sie würde über ihr Leben reden als junges Mädchen und die Geschichten weitererzählen, die ihre Mutter und ihr Vater ihr erzählt hatten.
“Why the sad face, Joe?” Granny asked as Joe sat down at the table. “Did you hear the bells, Granny?” Joe asked. “Yes, it was old St Martin who didn’t chime,” Granny replied. “Why has he stopped chiming? It all sounds wrong without his words in the conversation.”
„Warum so ein trauriges Gesicht?“, fragte Oma, als Joe sich an den Tisch setzte. „Hast du die Glocken gehört, Oma?“, fragte Joe. „Ja, es war der alte St Martin, der nicht geläutet hat“, erwiderte Oma. „Warum hat er aufgehört zu läuten? Es klingt alles falsch ohne seine Worte in der Unterhaltung.“
As Granny poured herself and Mum a cup of tea and placed a slice of lemon cake in front of Joe she began to tell Joe about the bells. “Well Joe, the bells all have stories to tell and have been talking to each other for many years, even before my parents were born. The story goes that when the big ships arrived into the wharves with wonderful foods from other countries the bells of the churches would chime to tell the merchant men that they could collect the oranges and lemons to sell on their stalls. St Clement’s would ring first, then St Leonard’s would chime, followed by St Dunstan’s at Stepney. These bells were outside the city walls and they were telling all to come and see. St Martin’s would then tell his side of London, then finally St Mary-Le-Bow would boom her big bell to tell the whole of London: ‘Come and see what wonders we have from other Countries’. But in the great fire of London in 1666 St Martin’s was badly burned down and all that was left was the nave. The bells at St Martin’s were silent for many years until a kindly gentlemen gave five farthings to have him fixed.”
Als Oma sich und Mama eine Tasse Tee eingeschenkt und ein Stück Zitronenkuchen vor Joe platziert hatte, begann sie, Joe von den Glocken zu erzählen. „Nun, Joe, die Glocken haben alle Geschichten zu erzählen und sie haben schon seit vielen Jahren zueinander gesprochen, sogar bevor meine Eltern geboren wurden. Man erzählt sich, dass wenn die Schiffe ankamen an den Anlegestellen mit wundervollen Speisen aus anderen Ländern, die Kirchenglocken geläutet hätten, um den Händlern zu verkünden, dass sie nun die Orangen und Zitronen holen könnten, um sie an ihren Ständen zu verkaufen. St Clemens würde zuerst läuten, dann St Leonard, gefolgt von St Dunstan in Stepney. Diese Glocken waren außerhalb der Stadtmauern und sie riefen alle, zu kommen und zu schauen. St Martin würde es dann seiner Seite von London sagen und dann schließlich würde St Mary-Le-Bow ihre große Glocke läuten, um ganz London zu sagen: ‘Kommt und seht, welche Wunder wir haben aus anderen Ländern‘. Aber bei dem großen Brand von London im Jahr 1666 brannte St Martin nieder und alles, was übrig blieb, war das Kirchenschiff. Die Glocken von St Martin blieben für viele Jahre stumm, bis ein freundlicher Gentlemann fünf Viertelpenny gab, um sie reparieren zu lassen.“
“What’s five farthings?” Joe asked his eyes wide. “Five farthings is very old money Joe.” Granny stood up and walked out of the room. She returned with some round pieces of bronze coloured metal. Granny placed them in his hand and said quite seriously: “The story goes that if you take five farthings to the nave of St Martin’s the bells will chime again.” Joe’s mouth had fallen open and he gulped, then slowly nodded. Joe clung to his Mum’s hand as they left Granny’s house. He knew exactly what he had to do.
„Was sind fünf Viertelpenny?“, fragte Joe mit weit aufgerissenen Augen. „Fünf Viertelpenny sind sehr altes Geld, Joe.“ Oma stand auf und verließ den Raum. Sie kam zurück mit einigen runden Stücken aus bronzefarbenem Metall. Oma legte sie in Joes Hand und sagte recht ernst: „Man erzählt sich, dass, wenn man fünf Viertelpenny zum Kirchenschiff von St Martin bringt, die Glocken wieder schlagen werden.“ Joe‘s Mund stand auf und er schluckte, dann nickte er schließlich langsam. Joe klammerte sich an Mamas Hand, als sie Omas Haus verließen. Er wusste genau, was er zu tun hatte.
On St Martin’s Lane the grand church stood. Mum stood at the end of the altar as Joe released his hand from hers and continued to walk on. As Joe walked he passed a man with a hard hat and a ladder who was whistling a merry tune. He winked at Joe. Joe continued and as he approached the nave of the church he stopped. This is the only part of the church that was not burned in the fire - he thought, and he imagined the flames wrapping themselves around the grand church. Joe shuddered. He placed the coins on a stone and he whispered: “Here are your five farthings. Please join in with the stories again!”
An der St Martins Straße stand die große Kirche. Mama stand am Ende des Altars, als Joe ihre Hand losließ und alleine weiterging. Als er ging, begegnete er einem Mann mit einem Schutzhelm und einer Leiter, der ein fröhliches Lied pfiff. Er zwinkerte Joe zu. Joe ging weiter und als er das Kirchenschiff erreicht hatte, hielt er an. Dies ist der einzige Teil der Kirche, der bei dem großen Feuer nicht niedergebrannt war - dachte er, und er stellte sich vor, wie die Flammen hochschlugen, rund um die große Kirche. Joe schauderte. Er legte die Münzen auf einen Stein und er flüsterte: „Hier sind deine fünf Viertelpenny. Bitte mach wieder mit bei den Geschichten!“
Sunday arrived again and Joe pulled his front door closed and linked his arm into his Mum’s. The smile on his face beamed bigger than ever as the bells all chimed their beautiful stories. It had worked! St Martin’s sounded louder than ever. Joe burst through Granny’s door and as ever, laid on the table was Lemon cake, tea for Granny and Mum and orange juice for Joe. But there was also a jar sitting in Joe’s place. As he sat down and picked it up he saw that there were five more coins jingling at the bottom.
Der nächste Sonntag kam und Joe zog die Vordertür zu und hakte seinen Arm bei Mama ein. Das Lächeln auf seinem Gesicht wurde größer als je zuvor, als alle Glocken ihre schönen Geschichten erzählten. Es hatte funktioniert! St Martin klang lauter denn je. Joe rannte durch Omas Tür und wie immer war der Tisch gedeckt mit Zitronenkuchen, Tee für Oma und Mama und Orangensaft für Joe. Aber es stand auch ein Glas an Joes Platz. Als er sich hinsetzte und es hochhob, sah er, dass da fünf weitere Münzen waren, die auf dem Boden klimperten.
He looked over at Granny who winked and said “You keep the jar for the future, Joe. Maybe your children will need them to keep the bells chiming someday!” Mum smiled at Granny.
Er sah zu Oma hinüber, die zwinkerte und sagte: „Du behältst das Glas für die Zukunft, Joe. Vielleicht werden deine Kinder sie brauchen, um dafür zu sorgen, dass die Glocken weiter läuten eines Tages!“ Mama lächelte Oma an.
Joe pressed the jar into his chest and winked back at Granny.
Joe presste das Glas an seine Brust und zwinkerte zurück zu seiner Oma.
“Oranges and lemons”
Say the bells of St. Clement’s
“You owe me five farthings”
Say the bells of St. Martin’s
“When will you pay me?”
Say the bells of Old Bailey
“When I grow rich”
Say the bells at Shoreditch
“When will that be?”
Say the bells of Stepney
“I’m sure I don’t know”
Says the great bell at Bow
„Orangen und Zitronen“
Sagen die Glocken von St. Clement
„Du schuldest mir fünf Farthings“
Sagen die Glocken von St. Martins
„Wann wirst du mich bezahlen“
Sagen die Glocken von Old Bailey
„Wenn ich reich bin“
Sagen die Glocken von Shoreditch
„Wann wird das sein?“
Sagen die Glocken von Stepney
„Ich bin sicher, ich weiß es nicht“
Sagt die große Glocke von Bow