Illustration für The Girl I Left Behind Me
Traditional Folk

The Girl I Left Behind Me

Das Mädchen, das ich zurückließ

Ein Marschlied der britischen Armee — Sehnsucht nach der Heimat und dem geliebten Mädchen

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Traditional · Arranged & performed by Mat Williams · © ClassicRocks

Text & Übersetzung

EnglishDeutsch
I’m lonesome since I crossed the hillIch bin einsam, seit ich den Hügel überschritten habe
And o’er the moorland sedgy,Und das Moorland, mit Riedgras bewachsen,
Such heavy thoughts my heart do fill,Solch schwere Gedanken füllen mein Herz,
Since parting with my Betsey.Seit der Trennung von meiner Betsey.
I seek for one as fair and gay,Ich suche nach einer, so anständig und lebenslustig,
But find none to remind meFinde aber keine, die mich daran erinnert
How sweet the hours I passed awayQie süß waren die Stunden, die ich verbrachte
With the girl I left behind me.Mit dem Mädchen, das ich zurückließ.
O ne’er shall I forget the night,Oh, niemals werde ich diese Nacht vergessen,
The stars were bright above meDie Sterne schienen hell über mir
And gently lent their silv’ry lightUnd sanft liehen sie ihr silbriges Licht,
When first she vowed to love me.Als sie zum ersten Mal gelobte, mich zu lieben.
But now I’m bound to Brighton campAber nun bin ich gefesselt and das Brighton Lager,
Kind heaven then pray guide meGütiger Himmel, ich bete, führe mich zurück
And send me safely back again,Und schicke mich sicher wieder zurück
To the girl I left behind me.Zu dem Mädchen, das ich zurückließ.
Her golden hair in ringlets fair,Ihr goldenes Haar fällt in schönen Locken
Her eyes like diamonds shining,Ihre Augen scheinen wie Diamanten,
Her slender waist, her heavenly face,Ihre schlanke Taille, ihr himmlisches Gesicht,
That leaves my heart still pining.Das mein Herz noch immer herbeisehnt.
Ye gods above oh hear my prayer,Ihr Götter dort oben, erhört meine Gebete,
To my beauteous fair to find meZu meiner schönen Holden, mich zu finden
And send me safely back again,Und schicke mich sicher wieder zurück
To the girl I left behind me.Zu dem Mädchen, das ich zurückließ.
The bee shall honey taste no more,Die Biene soll keinen Honig mehr probieren
The dove become a ranger,Die Taube zum Jäger werden,
The falling waters cease to roar,Die herabstürzenden Wasser sollen aufhören zu tosen
Ere I shall seek to change herBevor ich danach strebe, sie zu ändern
The vows we’ve made to heav’n aboveDie Schwüre, die wir machten an den Himmel oben
Shall ever cheer and bind meSollen mich immer aufheitern und binden
In constancy to her I love,In Beständigkeit zu ihr, die ich liebe,
The girl I left behind me.Zu dem Mädchen, das ich zurückließ.
In constancy to her I love,In Beständigkeit zu ihr, die ich liebe,
The girl I left behind me.Zu dem Mädchen, das ich zurückließ.

Traditioneller Text · Public Domain · Arrangement © Mat Williams / ClassicRocks.

Geschichte & Hintergrund

Commentary Kommentar

This tune is so well known that it immediately conjures up fifes and drums and marching troops and flags flying and uniforms gleaming as soldiers leave garrison, or camp, to go to war. There has been much scholarly (and less than scholarly) dispute about the origin of the tune:

“It’s English.”

“No it isn’t, it’s American.”

“Well, the version I have is definitely Irish.”

“That may well be so, but if you look carefully you will see that your version actually has a different tune.”

“No it doesn’t”

“Yes it does.”

and so on. Ah the joys of civilised academic research!

Whether or no any of the sources can be verified beyond doubt doesn’t matter at all to most listeners. As with many good tunes associated with the brutal and licentious soldiery, there are many vulgar versions of the words which a person of delicate sensibilities would blush to set down - and anyway, you can look them up for yourself.

Whatever it’s provenance, it’s a rattling good tune and has been used (because it is so catchy) in film scores, Bugs Bunny cartoons, Popeye, commercial jingles and, with different lyrics, became a drinking song called “Waxie’s Dargle.” I mention this last simply because it is such a lovely title.

Given all this, it is a welcome surprise to listen to an arrangement where the singer has really read, and what’s more, understood the words. Taken at a slower pace the tune allows the words to find their proper value. It is not a jolly farewell quick march at all but a heartbroken lament.

There is nothing particularly original in the words, no startling images. In fact, many lines are cliches:

“Her golden hair in ringlets fair,

Her eyes like diamonds shining,

Her slender waist, her heavenly face,

That leaves my heart still pining.”

And none the worse for that - cliches only become cliches because they are true for so many people.

The last verse uses the same technique as many folk ballads - indeed, Chaucer uses the same images in “The Canterbury Tales” - a list of impossible things that must happen before the lover could be unfaithful. (The reverse, in fact, of Scarborough Fair.)

For example, the following is from an Appalachian song which borrows from Robert Burns “My love is like a red, red rose” which in turn was collated by him from various Scottish folk songs.

Ten Thousand Miles

“The seas will never run dry, my love

Or the rocks melt with the sun

I’ll never prove false to the boy I love

Till all these things are done.”

My Love Is Like A Red, Red, Rose

“Till all the seas gang dry my dear

And the rocks melt with the sun,

And I will love thee still my dear

While the sands of life shall run.”

These were obviously highly satisfactory endings to love poems.

The slowing of the tune and the attention paid to the words illustrate perfectly the differences that can exist in the marriage of words and music. Change either one and the result is a new song.

Diese Melodie ist so bekannt (in England), dass sie unverzüglich die Illusion von Pfeifen und Trommeln heraufbeschwört, marschierende Truppen mit wehenden Fahnen und glänzenden Uniformen, wie Soldaten ihre Garnison verlassen oder in den Krieg ziehen. Es gab großen gelehrten (und weniger gelehrten) Streit über den Ursprung der Melodie:

“Sie ist englisch.”

“Nein, sie ist amerikanisch.”

“Nun, die Version, die ich kenne, ist definitiv irisch.”

“Das mag sein, jedoch bei näherer Betrachtung wirst du sehen, dass deine Version eine andere Melodie hat.”

“Nein, hat sie nicht”

“Aber ja, doch!”

Und so weiter. Die Freude zivilisierter wissenschaftlicher Forschung!

Ob sich nun die ein oder andere Quelle zweifelsfrei belegen läßt oder nicht, ist den meisten Zuhörern völlig gleichgültig. Wie bei den meisten Liedern, die mit dem brutalen und zügellosen Soldatenleben assoziiert werden, existieren auch zu diesem Lied zahlreiche vulgäre Versionen, welche zu zitieren sensiblen Gemütern die Schamesröte ins Gesicht treiben würden.

Was auch immer die Herkunft sein mag, es ist ein guter Song und er wurde eingesetzt als Filmmusik, in Bugs Bunny Cartoons, Popeye, Werbejingles und mit anderem Text wurde es zu einem Trinklied namens “Waxie’s Dargle.” Dies erwähne ich nur, weil es so ein wundervoller Titel ist..

In Anbetracht all dessen ist eine willkommene Überraschung, hier ein Arrangement zu hören, für welches der Sänger offensichtlich den Text richtig gelesen - und was noch wichtiger ist - auch verstanden hat. Das langsame Tempo gibt den Worten den Platz, den sie brauchen für einen angemessenen Stellenwert. Es ist schließlich kein vergnügter Abschiedsmarsch sondern ein herzzerreißendes Klagelied.

Es finden sich keine sonderlich originellen Stellenin dem Lied, keine aufsehenerregenden Bilder. Tatsächlich sind einige der Zeilen rein Klischees:

“Her golden hair in ringlets fair,

Her eyes like diamonds shining,

Her slender waist, her heavenly face,

That leaves my heart still pining.”

“Ihr goldenes Haar fällt in schönen Locken

Ihre Augen scheinen wie Diamanten,

Ihre schlanke Taille, ihr himmlisches Gesicht,

Das mein Herz noch immer herbeisehnt.”

Aber ungeachtet dessen - Klischees werden erst dadurch zu Klischees, dass sie wahr sind für so viele Menschen..

Im letzten Vers wird auf eine Technik zurückgegriffen, die sich in vielen Folksongs findet - in der Tat benutzt Chaucer dieselben Bilder in “The Canterbury Tales” - eine Liste unmöglicher Ereignisse, die erst eintreten müssten bevor der Liebende untreu werden würde (gewissermaßen eine Umkehrung von Scarborough Fair ).

Das Langsamer-Werden des Liedes und die Aufmerksamkeit, die dem Text zuteil wird illustrieren auf perfekt Weise die Bedeutung der Verbindung von Worten und Musik. Ändert man das eine oder das andere, so ist das Ergebnis ein anderer Song.

Commentary written by Gillian Goodman · © ClassicRocks / Mat Williams